In unseren Forschungsprojekten adressieren wir die zentralen Herausforderungen, um Quantencomputing für die Materialforschung nutzbar zu machen
Quantencomputing hat großes Potenzial für die Materialforschung, insbesondere bei der Simulation komplexer quantenmechanischer Systeme wie Molekülen oder Festkörpern. In unseren Forschungsprojekten adressieren wir die zentralen Herausforderungen, um Quantencomputing für die Materialforschung nutzbar zu machen.
- Fehlerraten und Dekohärenz: Aktuelle Quantencomputer (insb. NISQ-Geräte – Noisy Intermediate-Scale Quantum) haben noch hohe Fehlerraten. Quantenbits (Qubits) sind sehr anfällig für Störungen aus der Umgebung, was die Nutzungsdauer (Kohärenzzeit) einschränkt.
- Begrenzte Qubit-Anzahl: Viele relevante Materialsysteme erfordern Hunderttausende bis Millionen Qubits zur realistischen Modellierung. Aktuelle Quantencomputer besitzen meist nur einige Dutzend bis wenige Hundert Qubits.
- Effiziente Algorithmen: Viele quantenchemische Probleme benötigen spezielle Algorithmen (z. B. Variational Quantum Eigensolver – VQE), die auf aktuelle Hardware zugeschnitten sein müssen. Viele dieser Algorithmen sind noch nicht ausgereift oder skalieren schlecht mit Systemgröße.
- Fehlerkorrektur und -minderung: Vollständige Fehlerkorrektur ist derzeit nicht praktikabel, weil sie enorme zusätzliche Qubit-Ressourcen benötigt. Es gibt erste Techniken zur Fehlermitigation, aber diese reichen noch nicht für präzise Simulationen aus.
- Hybrid-Ansätze: Die Kombination klassischer und quantenmechanischer Rechenmethoden (z. B. bei VQE) ist komplex und erfordert viel Know-how. Optimierungsprozesse sind oft langsam oder anfällig für lokale Minima.
- Mapping realer Materialprobleme: Die Übertragung realer Materialien auf eine Form, die ein Quantencomputer bearbeiten kann (z. B. Second-Quantization, Hamiltonians), ist nicht trivial. Viele Systeme enthalten stark korrelierte Elektronen oder komplexe Wechselwirkungen, die schwer zu modellieren sind.
Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM