Lebensdauerkonzepte für Wasserstoffanwendungen

Wir forschen an Methoden und Lösungen, um die Ressourceneffizienz von Bauteilen der Wasserstoff-Infrastruktur zu gewährleisten und zu verbessern. Für unsere Auftraggeber bestimmen wir Werkstoffkennwerte unter realen Einsatzbedingungen, betreiben Schadensanalytik bei wasserstoff-induziertem Bauteilversagen erstellen Lebensdauervorhersagen und entwickeln Designrichtlinien für Bauteile unter Wasserstoff.

In unserem integrierten Labor stellen wir mit experimenteller Charakterisierung in Kombination mit Multiskalensimulation durchgängige Bewertungsketten von Werkstoffproben in verschiedenen Größenordnungen bis zum Bauteil dar. Wir betrachten Wasserstoff als reinen Stoff aber auch in feuchter Umgebung, als Bestandteil von Ammoniak oder in seinem Ursprung aus anderen Medien.

Unsere Anwendungsfelder

In den Anwendungsfeldern fassen wir werkstofftechnologische Herausforderungen von Industrieunternehmen zusammen, bei deren Bewältigung unsere Expertise einen besonders guten Beitrag leisten und einen echten Kundennutzen schaffen kann. Hier können wir unsere Stärken am besten ausspielen. Auf die damit verbundenen werkstofftechnologischen Fragen können wir die besten Antworten geben kann.

In diesen Anwendungsfeldern können wir Sie unterstützen

 

Neuland Wasserstofftechnologie


Produkte und Systeme für den Einsatz in Wasserstofftechnologien zu ertüchtigen, ist für viele Unternehmen ein herausforderndes Projekt. Damit verbunden sind werkstofftechnologische Fragen, Fragen zur Sicherheit und Lebensdauer und zur Einhaltung von Normen und Standards. Das Werkstoffwissen hinsichtlich Wasserstoffeinfluss ist oft unvollständig. Wir helfen die zentralen Handlungsbedarfe zu strukturieren und zu priorisieren und Informations- und Wissenslücken zu schließen. Wir ermöglichen einen effizienten Einstieg in das Technologiefeld Wasserstoff. 

 

H2-Readiness von Bauteilen


Bauteile für den Kontakt mit Wasserstoff auszulegen, erfordert die Beurteilung des eingesetzten Werkstoffs im Kontakt mit (Druck-)Wasserstoff und der Diffusion im Bauteileinsatz. Die Auswirkungen der Betriebsbedingungen wie Temperatur, Druck und mechanischer Belastung auf die Wasserstoffempfindlichkeit müssen berücksichtigt werden. Wir verfügen über die geeigneten Prüfmethoden und beraten bei der Anwendung wasserstoffspezifischer Normen.

 

Fertigungseinflüsse bei H2-Bauteilen


Die Fertigungstechnologie bestimmt wesentlich, wie gut ein Bauteil in einer Wasserstoffumgebung funktioniert. Schweißnähte können aufgrund geänderter Mikrostruktur und Eigenspannungen kritische Schwachstellen darstellen. Defekte und Mikrorisse aus Herstellung und Oberflächenbearbeitung können zu erhöhten lokalen Wasserstoffkonzentrationen und damit Schädigung führen. Auch Wärmebehandlungen beeinflussen Anfälligkeit für Wasserstoffversprödung. In der additiven Fertigung bergen Porosität und Inhomogenität Risiken. Wir bewerten und optimieren alle Arten von Fertigungsprozesse. 

 

Lebensdauer und Ausfallwahrscheinlichkeit


Die Grundlage für die Vorhersage von Sicherheit, Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Bauteilen im Kontakt mit Wasserstoff sind hochwertige Materialdaten in Verbindung mit der Kenntnis realer Einsatzbedingungen und belastbaren Informationen wie Spannungszustand. Valide Aussagen zur (Rest-)Lebensdauer und zu Versagensrisiken erfordern fundierte Schädigungs- und Rissausbreitungsmodelle. Wir entwickeln und passen die geeigneten Vorhersagemodelle auf Ihren Anwendungsfall hin an. 

 

Wasserstoff induzierte Defekte und Schäden


Zur Aufklärung von wasserstoffinduzierten Schäden an Bauteilen werden Bruchflächen untersucht und Wasserstoffkonzentrationen gemessen. Mirkostrukturelle Schwachstellen, wasserstoffunterstützes Risswachstum und Bruchursachen können unter Laborbedingungen bestimmt werden. Wir reproduzieren entsprechende Schadensmechanismen und leiten Maßnahmen zur Vermeidung ab.

FuE-Leistungen zur Lebensdauerkonzepte für Wasserstoffanwendungen

© Fraunhofer IWM, Foto: Kai-Uwe Wudtke
Dynamischer Ermüdungsversuch an einer Hohlprobe mit Wasserstoffbeladung bei Hochtemperatur mit Induktionsheizung.

Ermittlung von Werkstoffkennwerten unter realen Einsatzbedingungen


Die für Ihre Lebensdauervorhersage erforderlichen Werkstoffkennwerte in Hochdruckwasserstoff bestimmen wir mit unseren Prüfeinrichtungen unter von niedrigen bis sehr hohen Wasserstoffdruck- und sehr tiefen bis sehr hohen Temperaturbedingungen.

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© Fraunhofer IWM

Wechselwirkungen zwischen Wasserstoff und komplexen metallischen Strukturen aufklären


Wir untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Wasserstoff und Metallen, um die Mechanismen zu verstehen und berechenbar zu machen. So können wir unsere Projektpartner bei der Entwicklung von Wasserstoffbarriereschichten, der Optimierung von Fertigungsprozessen und der Auslegung von Komponenten für Wasserstoffanwendungen unterstützen.

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© FraunhoferIWM
Schritte des Wasserstofftransports von der Gasphase in den gelösten Zustand im Metallgitter und die Diffusion in Bereiche mit hoher Spannung, wie Rissspitzen und Defekten.

Entwicklung von Modellen zur Vorhersage der Lebensdauer


Unser Ziel ist, die Ressourceneffizienz bei der Konstruktion von Bauteilen in der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette zu steigern. Dazu entwickeln wir empirische Modelle und physikalische Modelle weiter, um die Genauigkeit der Lebensdauervorhersage zu erhöhen. Wir simulieren den Einfluss von Wasserstoff auf die Materialeigenschaften unterschiedlicher Größenskalen – von der atomaren Skala, über die Mesoskala (Gefügebestandteile) bis zur Bauteilebene. Daraus leiten wir Erkenntnisse ab, wie Wasserstoff die Rissentstehung und den Rissfortschritt konkreter Bauteile im Einsatz beeinflusst.

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© Fraunhofer IWM, Foto: Kai-Uwe Wudtke
Eigenbau eines Wasserstoffautoklaven für Risswachstumsversuche.

Entwicklung kostengünstiger Prüfmethoden


Für die wirtschaftliche Charakterisierung von Werkstoffen im Kontakt mit Wasserstoff entwickeln wir Wasserstoff-Prüfsysteme in verschiedenen Dimensionen, mit denen wir die in unterschiedlichen Anwendungen auftretenden Belastungssituationen zielgerichtet und praxisnah abbilden können.

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Warum sollte mein Unternehmen mit dem Fraunhofer IWM bei Werkstoffbewertung und Bauteilqualifizierung für Wasserstoffanwendungen zusammenarbeiten?

  • Wir betreiben Werkstoffcharakterisierung unter Wasserstoffeinfluss je nach Anwendungsfall an mikro-, meso- und makroskaligen Proben, um schadensrelevante Einflüsse auf ihr Bauteil zu ermitteln.
  • Wie kombinieren Experiment, Simulation und Analytik, um zielgerichtet lokale Werkstoffeigenschaften zu detektieren und damit Spielraum für werkstofftechnische Optimierungen zu schaffen.
  • Wir konstruieren und bauen maßgeschneiderte Versuchsaufbauten, um kundenspezifisch Werkstoffeigenschaften in Wechselwirkung mit Wasserstoff und besonderen Einsatzbedingungen zu ermitteln.
  • Wir haben eine umfassende Expertise im Umgang mit Normen, deren Anwendung und Weiterentwicklung. Mit diesem Wissen helfen wir dabei die dafür passenden Materialparameter zu ermitteln und ihre Konstruktion auszulegen.
  • Wie erforschen die Entstehung von Wasserstoff in Fertigungsverfahren und den Umgang damit, um konkrete Abhilfemaßnahmen gegen eine Wasserstoffversprödung abzuleiten.
  • Wir erstellen Lebensdauerkonzepte für Wasserstoffanwendungen, um rechnerisch Schädigungsphänomene aufzuklären und computer-gestützte Maßnahmen abzuleiten, um die Lebensdauer ihrer Komponenten zu erhöhen.
  • Mehrere Gruppen im Fraunhofer IWM arbeiten an werkstofftechnologischen Herausforderungen in Wasserstofftechnologien. Wir stellen das passende Team für Ihre Fragestellung zusammen.
    • Wir bestimmen lokale mechanische Eigenschaften bestimmen und untersuchen das lokale Schädigungsverhalten an Defekten wie Korngrenzen. Dazu entnehmen wir meso- und mikromechanische Proben, z.B. aus Schweißnähten und testen diese in einem Wasserstoffautoklaven bei bis zu 100 bar Druck.
    • Wir betreiben Wasserstofftribologie und untersuchen den Einfluss von Wasserstoff auf Lager und Dichtungen in Tribosystemen.
    • Wir entwickeln Wasserstoffbarriereschichten und messen die Wasserstoffpermeation.
    • Wir zeigen wie Richtlinien zum Ermüdungsverhalten und zur Bruchmechanik im Wasserstoffumfeld eingesetzt und erweitert werden müssen.
    • Wir entwickeln und nutzen Atomistische Modelle, um das Verhalten von Wasserstoff auf atomarer Ebene im Werkstoff zu untersuchen. zusammen.

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Publikationen zum Thema Lebensdauerkonzepte für Wasserstoffanwendungen

 

Beiträge in Zeitschriften, Büchern und auf Konferenzen sowie Dissertationen und Projektberichte...