Werkstofftechnologische Herausforderungen, die wir mit fundiertem Mechanismenverständnis, Multiskalen-Simulation und atomistischen Berechnungen angehen:
- Verbesserung der Bruchzähigkeit, z. B. durch Mikrostrukturdesign, Dotierung oder Kompositstrukturen, denn Piezokeramiken wie PZT (Blei-Zirkonat-Titanat) sind spröde und neigen zu Rissbildung unter mechanischer oder thermischer Beanspruchung.
- Unter elektrischer Dauerbelastung verlieren Piezokeramiken mit der Zeit ihre polaren Eigenschaften. Die Alterungsbeständigkeit kann durch Variation der Zusammensetzungen, z. B. durch gezielte Dotierung mit Akzeptor-/ Donoratomen verbessert werden.
- Um elektrischer Fatigue und Materialermüdung bei zyklischer Belastung (mechanisch oder elektrisch) entgegenzuwirken, sind ermüdungsresistente Mikrostrukturen, z. B. mit feinkörnigen oder texturierten Gefügen nötig.
- Korngrenzen spielen eine entscheidende Rolle für die elektrische Leitfähigkeit und das Polarisationsverhalten. Durch Kontrolle der Korngrenzenchemie und -struktur, z. B. Sinterhilfen oder kontrollierte Atmosphären beim Brennen, können diese Eigenschaften verbessert werden.
- Viele leistungsfähige Piezokeramiken enthalten Blei (z. B. PZT), was ökologisch und regulatorisch problematisch ist. Daher gilt es bleifreie Alternativen mit vergleichbarer Performance (z. B. auf Basis von KNN – Kalium-Natrium-Niobat) zu identifizieren und zu bewerten.
- Diffusion von Elektrodenmaterial (z. B. Silber, Kupfer) kann die Keramik schädigen. Mit Barriereschichten oder geeigneter Materialauswahl kann die Diffusionsbeständigkeit verbessert werden.
Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM