Analyse und Simulation von Eigenspannungen

Wir erarbeiten Empfehlungen und Konzepte für Bauteilauslegung, Werkstoffeinsatz und Fertigungsprozesse, indem wir fertigungs- und einsatzbedingte Eigenspannungen ermitteln und im Hinblick auf Zuverlässigkeit, Sicherheit und Lebensdauer bewerten.

Wir erarbeiten Optimierungskonzepte zum Umgang mit Eigenspannungen in Folge von:

  • Umformprozessen
  • Gussprozessen
  • Fügeprozessen (Schweißen, Kaltrissbildung)
  • Additiver Fertigung
  • Oberflächenbehandlungen wie Kugelstrahlen, Hämmern, Rollieren (Festwalzen)
  • Bearbeitungsverfahren wie Schleifen, Drehen, Fräsen
  • Wasserstoffversprödung

Für unsere Auftraggeber realisieren wir eine wirtschaftliche Messstrategie, die auf die individuelle Problemstellung angepasst ist. Hier können wir eine ökonomische und zuverlässige Bewertung von Eigenspannungszuständen gewährleisten, da uns zur Ermittlung von Eigenspannungen verschiedene röntgenographische und mechanische Verfahren zur Verfügung stehen. Ergänzend führen wir Textur- und Phasenanalysen durch. Darüber hinaus simulieren und berechnen wir Eigenspannungen und leiten Auswirkungen auf den Bauteileinsatz, bspw. konkret auf Lebensdauern ab. 

Wir arbeiten mit ortsempfindlichen Röntgendetektoren und 2D-Detektoren, sodass viele Messungen in kurzer Zeit durchgeführt werden können. Für stark verformte Bauteile und mehrphasigen Materialien können wir über die eigenständig entwickelte Software StressIWM auswerten. Wir bieten punktuelle Messungen mit kleinem Radius von 0,3 mm für Messungen in Kerben auch an großen Proben an. Für Bauteile mit komplexer Geometrie bieten wir eine CAD-Routine an, um die Zugänglichkeit der Messposition für das klassische sin2ψ-Verfahren zur Bestimmung von Eigenspannungen im Vorfeld zu beurteilen.

Röntgenographische Eigenspannungsmessungen – Unser Portfolio

Stationäre Röntgendiffraktometer

Oberflächennahe Eigenspannungsanalysen führen wir bevorzugt mittels Röntgenbeugung (XRD, X-Ray Diffraction) durch. Dieses Verfahren beruht auf der Ermittlung von Dehnungen im Kristallgitter, ist also für (teil-) kristalline Werkstoffe geeignet. Die untersuchten Bauteile bewegen sich im Millimeter- bis in den Meterbereich.

  • Messungen an Metallen, Keramiken, unterschiedlichen Phasen
  • Tiefenverläufe durch elektrolytischen Abtrag
  • Laterale Auflösung bis 100 µm
  • Automatisierte 4-Punktbiegevorrichtung zur Bestimmung der speziellen röntgenographischen Elastizitätskonstanten

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Mobile Röntgendiffraktometer

Zur vor-Ort-Messung stehen mobile Diffraktometer zur Verfügung. Die üblicherweise eingesetzte langwellige Röntgenstrahlung hat eine geringe Eindringtiefe von wenigen µm bis einigen 10 µm. Größere Tiefenbereiche können durch schrittweisen elektrochemischen Abtrag mit jeweils nachfolgenden Messungen erreicht werden. In diesem Fall ist das Verfahren nicht mehr zerstörungsfrei.

  • Messungen an Metallen, Keramiken, unterschiedlichen Phasen
  • Große Proben und vor Ort beim Kunden
  • Tiefenverläufe beim Kunden durch elektrolytischen Abtrag mit mobilem Gerät möglich
  • Laterale Auflösung bis 300 µm

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Roboter-Diffraktometer

Bei komplizierter Oberflächengeometrie können durch die Applikation eines mobilen Diffraktometers an einem Roboterarm großflächige Mappings (bspw. 0,3 x 0,3 m) kostengünstig und effizient gemessen werden.

  • Metalle, Keramiken, unterschiedliche Phasen
  • Laterale Auflösung bis 300 µm möglich
  • Automatisierte Messungen an mehreren Messstellen großer Bauteile

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Bohrlochverfahren

Ab einer Tiefe von etwa 20 µm bestimmen wir Eigenspannungen in Randschichten auch mit mechanischem Bohrlochverfahren. Dazu wird der vorliegende Eigenspannungszustand schrittweise durch Hochgeschwindigkeitsfräsen eines Sackloches bzw. einer Ringnut teilweise abgebaut und die dabei entstehenden Dehnungen mittels Dehnmessstreifen registriert. Aus den Dehnungs-Tiefenverläufen kann auf die ursprünglich vorgelegenen Eigenspannungen zurückgerechnet werden. Eigenspannungs-Tiefenverteilungen bis in etwa 1 mm können so bestimmt werden. 

  • Eigenspannungstiefenverläufe von ca. 0,04 mm bis ca. 1 mm Tiefe
  • Härte des Werkstoffs bis 55HRC (größere Härte auf Anfrage)
  • Messung an der Oberfläche kann durch röntgenografische Verfahren erfolgen
  • Messung beim Kunden vor Ort und an großen Bauteilen möglich
  • Messungen nach ASTM E837-13a

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