Eine erfolgreiche Substitution erfordert den Erhalt oder Verbesserung der funktionalen Eigenschaften des Systems. Werkstofftechnologische Herausforderungen, die daraus resultieren, gehen wir mit fundiertem Mechanismenverständnis, Multiskalen-Simulation und atomistischen Berechnungen an:
- Magnetische Eigenschaften: Neodym-Eisen-Bor (NdFeB)-Magnete gehören zu den stärksten bekannten Dauermagneten. Viele Ersatzstoffe (z. B. Ferrit-Magnete) bieten geringere Magnetisierung und Energiedichte, was zu größeren und schwereren Bauteilen (z. B. in Elektromotoren, Windkraftanlagen) führen würde.
- Optische Eigenschaften: Seltenerdmetalle wie Europium, Terbium oder Yttrium werden in Leuchtstoffen für LEDs und Displays verwendet. Ersatzstoffe müssen ähnliche Emissionseigenschaften (z. B. Farbe, Intensität, Lebensdauer) besitzen – was nur schwer erreichbar ist.
- Katalytische Eigenschaften: Cer wird z. B. in Katalysatoren als Sauerstoffspeicher verwendet. Ersatzstoffe müssen gleich gute Reaktivität und Stabilität zeigen.
- Kritische Elemente beeinflussen oft auch die mechanischen Eigenschaften von Werkstoffen wie Härte, Festigkeit, Zähigkeit, Korrosionsbeständigkeit. Ersatzstoffe müssen diesen Anforderungen standhalten.
- Substitutionsmaterialien müssen mit bestehenden Materialsystemen (z. B. Legierungen, Verbundwerkstoffen) kompatibel sein. Problematisch dabei sind unerwünschte Phasenbildung, Versprödung und intermetallische Verbindungen, die zu schlechter Verarbeitbarkeit führen
Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM