Wir entwickeln Kapillarsuspensionen (CapS) mit maßgeschneiderten und anforderungsspezifischen Porositäten und Festigkeiten. Damit realisieren wir Poren- und Werkstoffgradienten sowie komplexe Geometrien, die den Massenan- und -abtransport optimieren und die Effizienz der Energiewandlung erhöhen.
Am Fraunhofer IWM steht eine durchgängige Entwicklungskette zur Verfügung, bestehend aus der Herstellung von Kapillarsuspensionen, dem 3D-Druck von porösen Funktionsmaterialien aus den Kapillarsuspensionen, dem Funktionsnachweis daraus realisierter Generatoren zur Energiewandlung und dem Transfer in verschiedenste Anwendungsgebiete.
Kapillarsuspensionen sind die ideale Methode, um geordnete Strukturen von 100 Nanometern bis 100 Mikrometern zu kontrollieren. In Kombination mit Techniken zur additiven Fertigung sind multi-hierarchische Meta-Strukturen realisierbar, welche die Kontrolle und Gestaltung neuer Bauteilgeometrien ermöglichen.
Kapillarsuspensionen sind ternäre Materialsysteme, die aus einer partikulären, festen Phase von mikroskaligen, sinterfähigen Partikeln, einer Hauptflüssigkeit und einem kleinen Teil einer nicht mischbaren Sekundärflüssigkeit bestehen. Die Sekundärflüssigkeit bildet flüssige Brücken zwischen den Partikeln, was zur Bildung eines selbstorganisierten Partikelnetzwerks führt. Durch dieses Partikelnetzwerk ist es möglich, offene Porositäten im Bereich von wenigen bis hin zu hunderten Mikrometern einzustellen und somit eine zusätzliche Hierarchie-Ebene der Metastrukturierung zu erzeugen. Die Kapillarsuspensionen lassen sich zudem einfach mittels Flüssigformgebung verarbeiten – einem Prozess, der sich gut hochskalieren lässt.
Außerdem lassen sich durch den charakteristischen Scherverdünnungseffekt der Suspensionen Viskositäten einstellen, die für den Direct-Ink-Writing-Prozess erforderlich sind. Somit können poröse Strukturen nun auch mittels 3D-Druck, welcher eine Metastrukturierung im Bereich von etwa 100 μm bis hin zur Bauteilgröße erlaubt, verarbeitet werden.
Kontrollierte poröse Strukturen sind entscheidend für eine Reihe von Anwendungen, wie zum Beispiel poröse Transportlagen in Brennstoffzellen und Elektrolyseuren, poröse Nickel-Schäume für die Umwandlung von Nitrat zu Ammoniak, poröse Elektroden in Lithium-Ionen-Batterien oder additiv gefertigte thermoelektrische Generatoren.
Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM