Auf der Grundlage der Projektergebnisse kann das Fraunhofer IWM Industrieunternehmen folgende Forschungs- und Entwicklungsleistungen anbieten:
1. VHCF-Ermüdungscharakterisierung von CFK und Faserverbundwerkstoffen mittels Mikrobiegeresonanz
Das Fraunhofer IWM ermittelt Ermüdungsdaten für Faserverbundwerkstoffe bis 10⁹ Lastwechsel – in wenigen Tagen statt in mehreren Jahren. Auf Basis der einzigartigen Mikrobiegeresonanzapparatur werden Wöhlerkurven in mehreren Prüfrichtungen bei vernachlässigbarer Probenerwärmung aufgenommen, die den gesamten VHCF-Bereich belastbar abdecken.
2. Mechanismenbasierte Lebensdauervorhersage für CFK-Bauteile als FE-Simulation
Das Fraunhofer IWM führt numerische Lebensdauerbewertungen für kundenspezifische Laminataufbauten und Belastungsszenarien durch – auf Basis eines neuartigen Kontinuumsschädigungsmodells, das alle relevanten Versagensmechanismen (Faserbruch, Zwischenfaserbruch, Delamination) physikbasiert und mechanismengetrennt beschreibt und als einsatzbereite Subroutine in Abaqus verfügbar ist.
3. Frequenzeinfluss-Bewertung und Übertragbarkeit von Hochfrequenz-Prüfdaten auf Betriebsbedingungen
Das Fraunhofer IWM quantifiziert, ob und in welchem Maß hochfrequent gewonnene Ermüdungsdaten auf reale Betriebsfrequenzen übertragbar sind.
4. In-situ-Schädigungsdetektion und -quantifizierung an Verbundwerkstoffen
Das Fraunhofer IWM bietet kombinierte Messtechniken zur frühzeitigen Erkennung und kontinuierlichen Quantifizierung von Ermüdungsschäden in Faserverbundwerkstoffen – als experimentelle Dienstleistung und als methodische Grundlage für Condition-Monitoring-Konzepte.
5. Qualifizierung thermoplastischer CFK-Systeme für Langzeitanwendungen im VHCF-Bereich
Das Fraunhofer IWM qualifiziert neue thermoplastische CFK-Systeme auf Basis von PAEK-, PEEK- oder PPS-Matrices hinsichtlich ihrer VHCF-Tauglichkeit – und liefert damit die abgesicherte werkstoffwissenschaftliche Grundlage für die Werkstoffauswahl in sicherheitskritischen Langzeitanwendungen.