Auf der Grundlage der Projektergebnisse kann das Fraunhofer IWM Industrieunternehmen folgende Forschungs- und Entwicklungsleistungen anbieten:
1. Rechnerische Lebensdauerbewertung innerer Schweißnahtfehler
Das Fraunhofer IWM bewertet detektierte innere Unregelmäßigkeiten in Schweißnähten individuell hinsichtlich ihrer Ermüdungsrelevanz – in Abhängigkeit von Position, Größe, Fehlerkonfiguration und Werkstoff, auf Basis des validierten Zweiphasenmodells.
- Individuelle Lebensdauerbewertung detektierter innerer Unregelmäßigkeiten für konkrete Schweißkonstruktionen
- Bewertung einzelner Fehler, Fehlercluster und deren Wechselwirkung
- Einordnung in bestehende Kerbfallklassen (FAT63 bis FAT160)
2. Maßgeschneiderte Grenzwertberechnungen für kundenspezifische Werkstoffe und Geometrien
Das Fraunhofer IWM führt automatisierte Parameterstudien durch und erstellt individuelle Bewertungsgrundlagen für Werkstoffe und Blechdicken, die über die normierten Standardfälle hinausgehen.
- Parameterstudien für Sonderstähle, Aluminiumwerkstoffe und große Blechdicken (> 100 mm)
- Systematische Berechnung des vollständigen Parameterraums aus Fehlergröße, Randabstand und Bauteilgeometrie
- Erstellung anwendungsspezifischer Grenzwerttabellen
3. Werkstoffcharakterisierung von Schweißgut mittels Makro- und Mikroprobentechnik
Das Fraunhofer IWM ermittelt die zyklischen Eigenschaften spezifischer Schweißgutwerkstoffe – von der Dehnungs-Wöhlerlinie über Rissfortschrittskurven bis zur Risszähigkeit, auch lokal im Gefüge aufgelöst.
- Dehnungs-Wöhlerlinien (LCF/HCF), Schädigungsparameter-Wöhlerlinien (PRAM) und zyklische Spannungs-Dehnungs-Kurven
- Risszähigkeit, Rissfortschrittskurven und Schwellenwerte bzgl. Risswachstum für das Schweißgut
- Lokale Charakterisierung auf Mikrostrukturebene mittels Mikroprobentechnik
4. Bruchmechanische Einzelfallbewertung rissbehafteter Schweißkonstruktionen im Betrieb (Fitness-for-Service)
Das Fraunhofer IWM bewertet individuelle Schadensbefunde an bestehenden Strukturen und erstellt eine Restlebensdauerprognose auf Basis der bewährten Software IWM-VERB.
- Bruchmechanische Restlebensdauerbewertung für konkrete Schadensbefunde an Bestandsstrukturen
- Beurteilung der sicheren Betriebsfähigkeit unter realen Lastbedingungen
- Dokumentation als Grundlage für Weiterbetriebsentscheidungen
5. Bewertung des Einflusses von Nahtnachbehandlungen auf die Tolerierbarkeit innerer Fehler
Das Fraunhofer IWM prüft, welche inneren Unregelmäßigkeiten trotz Nahtnachbehandlung (z. B. HFH, Strahlen) und der damit verbundenen erhöhten FAT-Klasse sicher tolerierbar bleiben.
- Kombinierte Bewertung von Nachbehandlungseffekten und inneren Fehlern
- Berechnung tolerierbarerer Fehlergrößen und -positionen unter Berücksichtigung erhöhter Kerbfallklassen
- Auslegungsempfehlungen für nachbehandelte Schweißnähte mit inneren Unregelmäßigkeiten
6. Übertragung der Bewertungsmethodik auf Gussbauteile mit Ungänzen
Das Fraunhofer IWM wendet die im Projekt entwickelte numerische Methodik – Zweiphasenmodell und automatisierte Parameterstudien – auf Gussbauteile mit prozessbedingten Ungänzen an.
- Lebensdauerbewertung von Lunkern, Poren und oxidischen Einschlüssen in Gussbauteilen
- Automatisierte Parameterstudien für gussspezifische Fehlergeometrien und Werkstoffe
- Ableitung bauteilspezifischer Grenzwerte für Gussfehler