Auf der Grundlage der Projektergebnisse kann das Fraunhofer IWM Industrieunternehmen folgende Forschungs- und Entwicklungsleistungen anbieten:
1. ML-Readiness-Analyse und Sensoraufrüstung von Bestandsanlagen
Industrieunternehmen erhalten einen Fahrplan zur Digitalisierung ihrer Anlagen, ohne kostspielige Neuanschaffungen und mit klarem Fokus auf die für ML relevanten Datenquellen. Dazu analysiert das Fraunhofer IWM bestehende Produktionsanlagen hinsichtlich ihrer Eignung für den ML-Einsatz und erarbeitet ein maßgeschneidertes Konzept zur Nachrüstung mit geeigneter Sensorik sowie zur Anbindung an digitale Dateninfrastrukturen.
2. Erstellung von Informationsmodellen und digitalen Prozessakten
Das Fraunhofer IWM entwickelt strukturierte, maschinenlesbare Informationsmodelle für Produktionsanlagen und -prozesse. Diese bilden die Grundlage für eine durchgängige Datennutzung entlang des ML-Lebenszyklus. Unternehmen profitieren von einer zentralen, stets aktuellen Wissensbasis, die für ML-Projekte als auch für Instandhaltung und Engineering nutzbar ist.
3. Entwicklung und Integration von ML-Modellen für inkrementelle Formgebungsprozesse
Auf Basis von Prozess- und Simulationsdaten entwickelt das Fraunhofer IWM dateneffiziente ML-Modelle (z. B. Gaußprozesse) für komplexe Formgebungsprozesse wie Glasbiegen, Umformen oder additive Fertigung.
4. Integration von Expertenwissen in ML-Modelle (Grey-Box-Ansatz)
Unternehmen erhalten robustere, physikalisch konsistente Modelle, die auch bei dünner Datenlage – typisch vor dem Start-of-Production – zuverlässige Qualitätsprognosen liefern. Das Fraunhofer IWM wendet dazu Methoden zur systematischen Einbindung von physikalischem und prozesstechnischem Expertenwissen in ML-Modelle an.
5. Aufbau ML-basierter Prozessüberwachung und -steuerung
Das Fraunhofer IWM konzipiert und implementiert vollständige ML-Pipelines für die Echtzeit-Prozessüberwachung und adaptive Prozesssteuerung – von der Datenerfassung über das Modell-Deployment bis zur Rückschreibung optimierter Parameter in die Anlagensteuerung. Industrieunternehmen können damit auf Prozessschwankungen in Echtzeit reagieren, Ausschuss reduzieren und Qualitätsziele auch unter variierenden Bedingungen zuverlässig einhalten.