Projektbeschreibung
Das Projekt MUC-Transfer zielt auf die Entwicklung eines ganzheitlichen Charakterisierungs- und Validierungsverfahrens für Materialkarten (d.h. für strukturierte Eingangsdaten zur Beschreibung des Werkstoffverhaltens in der Simulation) von dünnen Blechwerkstoffen für den industriellen Einsatz ab. Konkret sollen damit Materialkarten für schwer charakterisierbare dünne Blechwerkstoffe erstellt, validiert und für die präzise Auslegung von ein- oder mehrstufigen Umformprozessen bereitgestellt werden – ein zentraler Baustein für die digitale Transformation in der Blechumformung.
Ausgangspunkt ist der von der TU München im Rahmen eines DFG-Grundlagenprojekts entwickelte MUC-Test (MUC = Material under Control), der eine verbesserte Vorhersagequalität von Simulationsmodellen bei komplexen Verformungszuständen erlaubt. Im Rahmen von MUC-Transfer werden diese Erkenntnisse mit dem am Fraunhofer IWM verfügbaren Virtuellen Labor kombiniert und bzgl. der Anwendung auf dünne Blechwerkstoffe weiterentwickelt.
Gemeinsam mit dem Anwendungspartner thyssenkrupp Rasselstein soll die neuartige Methode beispielhaft auf Verpackungsstahl angewandt und in die industrielle Praxis überführt werden. Im Fokus stehen dabei höherfeste und umformfähige Verpackungsqualitäten, da diese eine Dickenreduzierung und somit eine Materialeinsparung bei gleichbleibender Funktionalität ermöglichen. Bei einer jährlichen Produktionsmenge von rund 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl durch die thyssenkrupp Rasselstein GmbH – etwa ein Zehntel des weltweiten Bedarfs – bieten sich hier enorme Potenziale zur Effizienzsteigerung und Ressourcenschonung.