Warum Fraunhofer IWM?
17. Welche Vorteile bietet die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IWM gegenüber einem Ingenieurbüro oder Prüflabor?
Kriterium |
Ingenieurbüro |
Kommerzielles Prüflabor |
Fraunhofer IWM |
Werkstofftechnische Tiefe |
mittel |
mittel |
hoch |
Simulation (FEM, MD) |
selten |
selten |
integriert |
Nutzung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Lösungsfindung |
mittel |
selten |
integriert |
Neutralität |
bedingt |
bedingt |
unabhängig |
Verfügbare Untersuchungs- und Bewertungsmethoden |
begrenzt |
standardisiert |
umfassend |
Breite an Werkstoffknowhow |
begrenzt |
begrenzt |
umfassend |
Vertraulichkeit |
bedingt |
bedingt |
umfassend |
Im Detail:
1. Wissenschaftliche Tiefe & aktuelle Methoden – Das Fraunhofer IWM forscht kontinuierlich an Versagens- und Werkstoffmechanismen. Neueste Erkenntnisse fließen direkt in Ihre Analyse ein – besonders wertvoll bei neuartigen Werkstoffen, komplexen Betriebsbedingungen und sicherheitsrelevanten Anwendungen (z. B. Medizintechnik, Luftfahrt).
2. Einzigartige Kombination: Experiment + Simulation – Schadensursachen werden experimentell und bei Bedarf auch rechnerisch verifiziert; Weitergehende Fragestellungen und Lösungsansätze können experimentell und mit Simulation unterstützt bewertet werden.
3. Breite Infrastruktur aus einer Hand – Von Gefügebewertung, über REM-Analyse und bruchmechanische Modell- und Bauteilprüfungen bis zur FEM-Simulation und über alle Skalen (vom Atom bis zum Bauteil) – alles unter einem Dach.
4. Wissenschaftliche Unabhängigkeit – Das Fraunhofer IWM ist produkt- und anbieterneutral. Besonders wichtig, wenn mehrere Parteien beteiligt sind oder Gutachten als Grundlage in strittigen Fällen dienen sollen.
5. Fraunhofer-Netzwerk – Bei Bedarf binden wir komplementäre Kompetenzen ein. Wir haben enge Kontakte, die wir bei Bedarf und nach Rücksprache auch kurzfristig aktivieren können.
6. Von der Analyse zur Verbesserung – Ein Schadensfall wird zum Impuls für nachhaltige Produkt- und Prozessoptimierung. Hier stehen wir gerne als kompetenter Partner für Entwicklungsprozesse über den konkreten Schadensfall hinaus zur Verfügung.
7. Vertraulichkeit – Ihre Anfrage bis hin zur fertigen Lösung werden bei uns selbstverständlich völlig vertraulich behandelt. Bei Bedarf schließen wir gerne eine gegenseitige Geheimhaltungsvereinbarung ab.
Sie haben Ergebnisse vorliegen und haben noch offenen Fragen, brauchen Lösungen, wollen Lösungswege evaluieren oder benötigen werkstofftechnische Beratung. Hier unterstützten wir gerne mit unserer Expertise und unserer werkstoff- und prüftechnischen Erfahrung.
18. Können Sie Beispiele nennen, wie eine Schadensanalyse zu konkreten Verbesserungen geführt hat?
Beispiel 1 – Bruch einer Antriebswelle (Maschinenbau)
Schadensanalyse → Schwingermüdung durch ungünstige Kerbgeometrie und fehlerhafte Wärmebehandlung → Geometrieoptimierung und angepasste Wärmebehandlungsparameter → Ausfallrate signifikant reduziert, Lebensdauer deutlich verlängert.
Beispiel 2 – Korrosionsschäden an Rohrleitungssystem (Prozessindustrie)
Schadensanalyse → Nachweis von Spannungsrisskorrosion unter spezifischen Medienbedingungen → Werkstoffwechsel und Anpassung der Betriebsbedingungen → Stillstandzeiten stark reduziert, Folgeschäden vermieden.
Beispiel 3 – Rissbildung in medizintechnischer Komponente (Medizintechnik)
Schadensanalyse → kombinierter Effekt aus fertigungsinduzierten Eigenspannungen und zyklischer Belastung → Fertigungsoptimierung und zusätzliche Zwischenprüfung → erhöhte Zuverlässigkeit und Unterstützung der regulatorischen Dokumentation (MDR).
Beispiel 4 - Schmierstoffdegradation im Kleingetriebe (Automobil)
Schadensanalyse → Nachweis von Veränderungen im eingesetzten Schmierstoff → Schmierstoffwechsel und Vermeidung von Kontaminationen → Lebensdauer und Zuverlässigkeit erhöht.
Beispiel 5 – Undichtigkeit in einer Rohrleitung (Verfahrenstechnik)
Schadensanalyse → Spannungsrisskorrosion durch aggressive Medien und mechanische Spannungen → Materialwechsel auf korrosionsbeständige Legierung und Optimierung der Rohrführung → Ausfallzeiten und Reparaturkosten drastisch gesenkt.
Beispiel 6 – Schwingungsbruch in einem Pumpengehäuse (Chemieapparatebau)
Schadensanalyse → Resonanzschwingungen durch unzureichende Dämpfung und strömungsinduzierte Kräfte → Strukturmodifikation zur Vermeidung kritischer Eigenfrequenzen und Einbau von Schwingungsdämpfern → Betriebssicherheit deutlich erhöht.
Beispiel 7 – Rissbildung in einer Gasturbinenschaufel (Energietechnik)
Schadensanalyse → Thermische Ermüdung durch zyklische Hochtemperaturbelastung und oxidationsbedingte Werkstoffdegradation → Optimierung der Kühlkanalgeometrie und Einsatz oxidationbeständiger Wärmedämmschichten → Betriebstemperatur sicher reduziert & Wartungsintervalle verlängert.
Beispiel 8 – Rissbildung in einem Druckbehälter (Verfahrenstechnik)
Schadensanalyse → Wasserstoffversprödung unter Hochdruck-Wasserstoffatmosphäre → Verwendung von hydrogenresistenten Stählen und optimierte Schweißnahtnachbehandlung → Sicherheitsreserve deutlich erhöht.
Beispiel 9 – Ausfall eines Kugellagers im Getriebe (Fahrzeugtechnik)
Schadensanalyse → Fresserscheinungen durch Mischreibung und unzureichende Ölversorgung → Optimierung der Schmierstoffviskosität und Oberflächenbehandlung der Laufflächen → Lebensdauer deutlich erhöht.
Beispiel 10 – Bruch einer Pleuelstange (Fahrzeugtechnik)
Schadensanalyse → Hohe zyklische Biegebelastungen und Werkstoffinhomogenitäten → Optimierung der Schmiedeprozessführung und Ultraschallprüfung der Rohlinge → Ausfallrisiko minimiert.
Eine sorgfältige Schadensanalyse zahlt sich im Verhältnis zu den Folgekosten eines ungelösten Problems in der Regel vielfach aus.
19. Kooperiert das Fraunhofer IWM auch mit anderen Forschungsinstituten?
Wir sind bestens Fraunhofer weit vernetzt und kooperieren mit Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
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