Neue Plattform für Vernetzung und Austausch zur Digitalisierung

Mit Digitalisierung in der Werkstofftechnik zu viel effizienteren Herstellungsprozessen kommen

6.4.2018

Die Digitalisierung der Wirtschaft nimmt rasant zu und bestimmt mit sogenannten »Smart Factories« die vierte industrielle Revolution. Ein elementarer Bestandteil dabei sind die Werkstoffe: Sie bestimmen die Funktion der Produkte. Ihr komplexes Materialverhalten während der Produktion und im Produktlebenszyklus bietet ein bislang unerschlossenes Potenzial – gerade für Industrie 4.0. Der Workshop MaterialDigital am 11. und 12. April 2018 am Freiburger Fraunhofer IWM ist eine neue Plattform für Vernetzung und Austausch zur Digitalisierung in Entwicklung, Verarbeitung und im Einsatz von Werkstoffen und Bauteilen.

Digitalisierung in der Werkstofftechnik
© Fraunhofer IWM, Bild: Gebhard | Uhl, Freiburg

Der Digitale Zwilling von Werkstoffen verknüpft die Daten aus Werkstoffmodellierung, Prozess- und Bauteilsimulation, Werkstoffcharakterisierung und Prozessoptimierung.

Materialeigenschaften ändern sich durch die Materialherstellung, bei der Produktion von Bauteilen und während des Produktlebenszyklus. Zudem variieren sie lokal innerhalb eines Produkts: abhängig von Herstellungsverfahren und Einsatzbedingungen. Diese Veränderungen und Variationen sind vielfach gewollt, aus Erfahrung und Messungen bekannt oder teilweise schlicht unvermeidlich. »Es ist wichtig, die lokal variierenden und veränderlichen Werkstoffeigenschaften für jeden Prozessschritt zu kennen und für seine Optimierung heranzuziehen«, erklärt Prof. Dr. Chris Eberl, Werkstoffwissenschaftler und stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer IWM. Der Schlüssel dazu sei die intelligente Verknüpfung, Analyse und Bewertung von Materialinformationen aus unterschiedlichen Quellen entlang der Wertschöpfungskette. »Mit der Digitalisierung bietet sich die Chance, diesen Schatz an Wertschöpfungspotenzialen viel effizienter als bisher zu heben – dafür stehen wir in den Startlöchern«, so Eberl. Es gehe im Zuge der Digitalisierung darum, die Erzeugung, Speicherung und Analyse von Materialinformationen für Wettbewerbsvorteile unserer Industrie nutzbar zu machen.