Anwendungsbeispiel: Substitution von Beryllium in Kupferlegierungen

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Berechneter Ni3Al-Phasenanteil (links) und Cu-Gehalt in der Matrix (rechts) bei Raumtemperatur in CuNiAl-Legierungen. Den Diagrammen sind die Temperaturintervalle für eine mögliche Lösungsglühung als Linien überlagert (mit Pfeilen markiert).

Kupfer-Beryllium-Legierungen (Cu-Be) zeichnen sich durch ihre hohe Festigkeit und elektrische Leitfähigkeit aus und werden daher oft als elektrische Steckverbinder eingesetzt. Allerdings ist Beryllium gesundheitsschädlich und wird nur in wenigen Ländern außerhalb Europas produziert, was ein Versorgungsrisiko schafft. Daher besteht ein starker Bedarf, Alternativen zu finden, die die hervorragenden Eigenschaften von Cu-Be-Legierungen beibehalten. Das Fraunhofer IWM hat sich dieser Herausforderung in einem Projekt mit anderen Forschungsinstituten und Industriepartnern gestellt und Cu-Ni-Al-Legierungen als vielversprechende Ersatzwerkstoffe qualifiziert.

Die werkstofftechnische Herausforderung liegt insbesondere in der mikrostrukturbasierten Modellierung der Hochtemperaturfestigkeit. Es ist entscheidend, die komplexen Wechselwirkungen zwischen den Prozessparametern und den resultierenden Materialeigenschaften zu verstehen, um die gewünschte Mikrostruktur zu erreichen. Dies erfordert die präzise Steuerung der Gefügeentwicklung und der mechanischen Eigenschaften während der Wärmebehandlung, um optimale Eigenschaften wie erhöhte Härte und verbesserte Verschleißfestigkeit zu erzielen.

Im Fall der Cu-Ni-Al-Legierungen wird die hohe Festigkeit durch die Bildung feiner Ausscheidungen der L12-Phase (Ni, Cu)3Al mit einer Größe von 10 nm bis 20 nm erreicht. Diese Ausscheidungen behindern die Versetzungsbewegungen im Gitter und führen zur Verfestigung der Legierung. Durch thermodynamisch-kinetische Berechnungen kann der Radius dieser Ausscheidungen präzise vorhergesagt und in ein Modell integriert werden, das die Fließgrenze und Kriecheigenschaften der Legierungen beschreibt. Dieses theoretische Verständnis ist entscheidend, um gezielte Substitutionen vorzunehmen.

Unsere FuE-Leistungen:

  • Analyse der Mikrostruktur: Untersuchung der Gefügeentwicklung mittels Mikroskopie, um Ausscheidungsphasen und deren Morphologie zu identifizieren.
  • Thermodynamisch-kinetische Modellierung: Modellierung der Mikrostrukturentwicklung, um die Legierungszusammensetzung und Prozessparameter zu optimieren.
  • Mechanische Charakterisierung: Bestimmung der mechanischen Kennwerte wie Fließgrenze und Kriecheigenschaften zur Validierung der Modelle.
  • Identifizierung und Bewertung alternativer Legierungselemente: Entwicklung von Methoden zur Identifizierung und Bewertung von Ersatzmaterialien für kritische Elemente.
  • Bestimmung der chemischen Zusammensetzung der Randschicht: Analyse der chemischen Zusammensetzung mit Emissionsspektroskopie.
  • Messung lokaler Härteänderungen: Bewertung der Oberflächenqualität mit Nanoindentation.
  • Ermittlung tribologischer Kennwerte: Bewertung des Verschleißverhaltens der behandelten Oberflächen.

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