Beim Schweißen hochfester Stähle treten häufig Kaltrisse auf, die die Bauteilsicherheit stark beeinträchtigen können. Diese Risse entstehen meist lokal in der Schweißzone durch das Zusammenspiel von Gefügestruktur, Eigenspannungen und Wasserstoffeintrag.
Aus Anwendungssicht besteht die Herausforderung darin, die Kaltrissgefährdung komplexer Bauteile quantitativ vorherzusagen, um Fügeprozesse stabil auszulegen und teures Nacharbeiten oder Ausfälle zu vermeiden. Werkstofftechnologisch braucht es dazu ein genaues Verständnis der Wechselwirkungen zwischen dem Schweißprozess, der Bildung des Gefüges, lokalen Eigenspannungen und der Wasserstoffdiffusion, welches in einer numerischen Simulation abgebildet und mit experimentell ermittelten Risskriterien validiert werden kann. In der Simulation werden Temperaturfelder, Eigenspannungen und Wasserstoffverteilungen im Schweißbereich berechnet. Aus diesen Daten lässt sich mit quantitativen Kriterien die Kaltrisswahrscheinlichkeit ableiten.
Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM