nanoskin
Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM
© Fraunhofer IWM
Hochwertige Kunststoffkomponenten mit funktionalen Oberflächen durch Kombination innovativer Spritzgieß- und -prägeverfahren mit neuartigen Werkzeugbeschichtungen.
- Ziele und Ansatz
- Vorteile
- Ergebnisse
- Mögliche Anwendungen
- Publikationen
Ziele und Ansatz
Ziel des Verbundprojekts ist die Entwicklung eines innovativen Formgebungsverfahrens zur Erzeugung gebrauchsbeständiger Kunststoffkomponenten mit funktionalen Oberflächen (»nanoskin-Prozess«). Der »nanoskin-Prozess« kombiniert Spritzgieß- und Überflutungstechniken mit der Abformung nanostrukturierter Formenoberflächen und ermöglicht so erstmals die Herstellung von Chemikalien- und kratzbeständigen Kunststoffkomponenten wie entspiegelter Abdeckscheiben für Mobiltelefone, Visiere und Instrumenttafelabdeckungen.
Ermöglicht wird die Verfahrensentwicklung durch die Verknüpfung der verschiedenen Kompetenzen der Partner, und zwar Werkzeug- und Maschinenbau, Werkstoff- und Prozess-KnowHow, Entwicklung und Bereitstellung prozessangepasster Duroplaste sowie neuartiger atmosphärenplasmabasierter Regenerierungstechniken.
Vorteile
Der »nanoskin-Prozess« bietet das Potenzial, Kunststoffkomponenten für Anwendungsbereiche wie Automobil, consumer electronics und packaging mit geringer optischer Reflexion, hoher Transmission und hoher Beständigkeit gegen mechanische und chemische Beanspruchungen kostengünstig und in großer Stückzahl zu fertigen. Dabei wird die Kunststoffkomponente in einem zweistufigen Prozess in einer Anlage spritzgegossen, überflutet und funktionalisiert, wodurch klassische Lackier- und Beschichtungsschritte eingespart werden. Dies führt zu einer erheblichen Zeit-, Energie- und Kostenersparnis. Die Entspiegelung ermöglicht darüber hinaus neue Designfreiheiten.
Ergebnisse
Im Projekts ist es erstmals gelungen, anorganische und organische Schichtmaterialien in einem Hybridprozess derart zu kombinieren, dass eine nanostrukturierte Schicht mit günstigen Entformungseigenschaften auch gegenüber Polyurethan auf Werkzeugeinsätzen abgeschieden werden konnte. Die Kontur der Formenwände wurden mit hoher Genauigkeit in ein quervernetztes PU-System übertragen, welches im Gegensatz zu Thermoplasten zu einer erheblichen Verbesserung in der Beständigkeit der Strukturen führt.
Um die Werkzeuge im Prozess regenerieren zu können, wurde ein Konzept für ein Atmosphären-Plasma-basiertes Verfahren entwickelt, das eine in situ-Regenerierung der Werkzeugoberfläche ermöglicht.
Erste Demonstratoren mit entspiegelten, beständigen Oberflächen wurden bereits hergestellt. Die Projektergebnisse sollen dem Fachpublikum erstmals auf der FAKUMA 2009 vorgestellt werden.
Mögliche Anwendungen
Durch die inprocess-Funktionalisierung können entspiegelte Abdeckscheiben, Visiere und Sichtfenster kostengünstig und mit verbesserten Gebrauchsmerkmalen produziert werden. Weitere Anwendungsmöglichkeiten liegen in der Erzeugung mattierter Oberflächen mit hoher optischer Anmutung sowie in der medienabweisenden Funktionalisierung von Gefäßinnenwänden.
Publikationen
- F. Burmeister, J. Hagen, J. Denter, M. Wirth, A. Fromm, G. Kleer: Hybrid Inorganic-Organic Functional Coatings for Injection Molding Applications, Plasma Processes and Polymers 2009, 6
- F. Burmeister, J. Hagen: Von der Einfachschicht zu funktionalen Hybridschichtaufbauten, Konstruktion 11/12, 2008, IW 15-16
- F. Burmeister et al.: Investigation of structured TiAlN- and TiO2-coatings with moth-eye-like surface morphologies, Surface and Technology Vol 200 Iss 1-4, 2005, 1088-1092
- F. Burmeister et al.: Applications for TiAlN- and TiO2-coatings with nanoscale surface topographies, Surface and Technology Vol 200 Iss 5-6, 2005, 1555-1559
Projektpartner
Krauss Maffei Technologies GmbH
www.kraussmaffei.com
Mast Kunststoffe GmbH & Co. KG
www.mast-kunststoffe.de
Rühl Puromer GmbH
Thomas Mack: Mail
www.ruehl-puromer.de
Krallmann Holding + Verwaltungs GmbH
www.krallmann.de
FHR Anlagenbau GmbH
www.fhr.de
Plasmatreat GmbH
www.plasmatreat.de
Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM
Kontakt zum Projekt: Mail
www.iwm.fraunhofer.de
Hochschule Heilbronn, Polymer-Institut Kunststofftechnik
www.kunststoffe.hs-heilbronn.de
Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt »nanoskin« mit dem Förderkennzeichen 16IN0502 wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) innerhalb des Rahmenkonzeptes »InnoNet - Förderung von innovativen Netzwerken« gefördert und vom Projektträger VDI/VDE betreut.
Laufzeit: 01.05.2007 bis 30.04.2010
Projektkoordinator: Dr. Frank Burmeister, Fraunhofer IWM
Kontakt: Mail












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