Neues Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS entsteht

Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM

Aus dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM wird der Institutsteil Halle (Saale) zum 1. Januar 2016 als eigenständiges Fraunhofer-Institut ausgegliedert. Das hat gestern der Senat der Fraunhofer-Gesellschaft beschlossen. In Halle forschen mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig am Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS. Der Institutsteil Freiburg wird weiter als Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM firmieren.

(07.10.2015)

Zuverlässige Mikroelektronik, leichte Karosserieteile, vielfältig einsetzbare nachwachsende Rohstoffe, leistungsfähige Solarmodule für extreme Klimate – sie alle erfordern maßgeschneiderte Materiallösungen. Das neue Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS bietet mikrostrukturbasierte Technologieentwicklung und Diagnostik für solche Werkstoffe, Bauteile und Systeme an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Halle identifizieren Schwachstellen auf der Mikro- und Nanoebene, klären ihre Ursachen auf und bieten den Kunden darauf aufbauend innovative Lösungen an. Einen weiteren Schwerpunkt wird künftig das Mikrostrukturdesign bilden – die Entwicklung langlebiger und hoch effizienter Materialien, basierend auf den Kenntnissen ihrer Mikrostruktur.

»Schon in der Entwicklungsphase können wir Werkstoffe, Bauteile und Systeme genau auf die Anforderungen der Kunden zuschneiden. Das steigert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern ist ein zentraler Beitrag zu Materialeffizienz und Ressourcenschonung«, sagt Professor Ralf Wehrspohn, Leiter des Institutsteils Halle und des künftigen Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS. Das Fraunhofer IMWS wird das erste eigenständige Fraunhofer-Institut in Halle (Saale) und das zweite in Sachsen-Anhalt sein. Insgesamt verfügt die Fraunhofer-Gesellschaft damit ab 2016 über bundesweit 67 Institute.

 

»Die Ausgliederung des Fraunhofer IMWS aus dem Fraunhofer IWM ist für den Vorstand kein selbstverständlicher Vorgang und Beleg für eine Erfolgsgeschichte. Das Wachstum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in beiden Institutsteilen hat den Ausschlag für ein unabhängiges Fraunhofer IMWS in Halle gegeben«, sagt Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Vor dem Hintergrund des steigenden Ressourcenbedarfs sind passgenaue Werkstoffe, intelligente Lösungen und effiziente Prozesse immer wichtiger. Die Institute in Halle und Freiburg leisten hier einen wichtigen Beitrag, um innovative Ideen voranzutreiben und die industrielle Wertschöpfung in Deutschland und Europa zu stärken. Die klar abgegrenzten Profile ermöglichen es beiden Instituten, basierend auf ihrer hohen Kompetenz und gestützt durch ihre vielfach langjährigen Kundenbeziehungen, noch schneller auf diese Herausforderungen zu reagieren und neue Impulse zu setzen.

»Unsere erfolgreiche Zusammenarbeit von mehr als 20 Jahren macht es möglich, dass künftig beide Institutsteile eigenständig agieren können«, sagt Professor Peter Gumbsch, Leiter des Fraunhofer IWM in Freiburg. »Von der einvernehmlichen Trennung sowie von weiterführenden Kooperationen auf speziellen Gebieten wie der Verbundwerkstoffe profitieren beide Institute langfristig.«

Auch Wehrspohn betont die guten Entwicklungsperspektiven für beide Standorte: »Es entstehen zwei starke Institute, die sich mit ihrer jeweiligen Expertise noch besser auf dem Forschungsmarkt positionieren können. Zudem sinkt der Aufwand für Koordination und Abstimmung. Das bedeutet kürzere Entscheidungswege, mehr Geschwindigkeit und höhere Schlagkraft.«

Seit 1992 gehörte der Institutsteil Halle, hervorgegangen aus dem Institut für Festkörperphysik und Elektronenmikroskopie der Akademie der Wissenschaften der DDR, zum Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik, das 1971 in Freiburg gegründet worden war. Das Institut betreibt angewandte Forschung im Bereich der Materialeffizienz und ist Impulsgeber, Innovator und Problemlöser für die Industrie und für öffentliche Auftraggeber in den Bereichen Zuverlässigkeit, Sicherheit, Lebensdauer und Funktionalität von Werkstoffen in Bauteilen und Systemen.

Das Fraunhofer IWM erwirtschaftete 2014 ein Budget von 37,3 Millionen Euro, davon entfielen 19,4 Millionen Euro auf den Institutsteil Freiburg und 17,9 Millionen Euro auf den Institutsteil Halle. Das Institut hat 441 Beschäftigte, davon 247 in Freiburg und 194 in Halle.

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