Bundespräsident Gauck beruft. Prof. Dr. Peter Gumbsch in den Wissenschaftsrat

16.1.2015

Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg und Halle zum Mitglied des wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremiums in Deutschland ernannt. »Ich freue mich, mit den Erfahrungen aus der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Karlsruher Institut für Technologie und der Tätigkeit in nationalen und internationalen Gremien zur Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems in Deutschland beitragen zu können. Es ist eine große Ehre, im Wissenschaftsrat mitarbeiten zu dürfen«, erklärte Gumbsch, der auch der Sektion Technikwissenschaften der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, vorsitzt sowie in der Hauptkommission der Fraunhofer-Gesellschaft tätig ist.

© Foto Fraunhofer IWM Foto: Achim Käflein

Prof. Dr. Peter Gumbsch

Von den in den Wissenschaftsrat berufenen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen wird erwartet, dass sie wissenschaftliche Exzellenz mit wissenschaftspolitischer Kompetenz und Erfahrung verbinden. Die Ernennung zum Mitglied des Wissenschaftsrats ist eine besondere Auszeichnung für Prof. Dr. Peter Gumbsch, das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM und die Fraunhofer-Gesellschaft. 

Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wissenschaft

Der Wissenschaftsrat ist eines der wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremien in Deutschland. Er berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in allen Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs. Daneben gehört es zu seinen Aufgaben, zur Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Wissenschaft in Deutschland im nationalen und europäischen Wissenschaftssystem beizutragen. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates sollen mit Überlegungen zu den quantitativen und finanziellen Auswirkungen sowie ihrer Verwirklichung verbunden sein und den Erfordernissen des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens entsprechen.
www.wissenschaftsrat.de 

Wissenschaftliche Exzellenz, wissenschaftspolitische Kompetenz

Prof. Dr. Peter Gumbsch lehrt und forscht am Karlsruher Institut für Technologie KIT als Lehrstuhlinhaber für Werkstoffmechanik. Er ist Sprecher der Institutsleitung des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg und Halle/Saale.

Peter Gumbsch studierte Physik an der Universität Stuttgart und Wirtschaftswissenschaften an der Fernuniversität Hagen. Seine Doktorarbeit fertigte er am Max-Planck-Institut für Metallforschung, der Universität Stuttgart und den Sandia National Laboratories, Livermore an. Nach Forschungsaufenthalten am Imperial College, London und der Oxford University etablierte er am Max-Planck-Institut für Metallforschung die Arbeitsgruppe »Modellierung und Simulation von Dünnschichtphänomenen« bevor er seine heutige Position annahm.

Peter Gumbsch erforscht die innere Struktur von Werkstoffen und deren Verhalten. Durch die Aufklärung und mathematische Beschreibung von Verformungs- und Bruchprozessen schafft er die Voraussetzungen dafür, dass Werkstoffe und Bauteile sicherer, zuverlässiger und langlebiger ausgelegt werden können. Peter Gumbschs Konzepte zur Multiskalen-Materialmodellierung finden weltweit Beachtung. Bei der Integration der Werkstoffmodellierung in die Produktentwicklung leisten er und seine Mitarbeiter Pionierarbeit. Um die Material- und Energieeffizienz technischer Systeme zu verbessern, erforscht Peter Gumbsch aktuell unter anderem Reibungs- und Verschleißprozesse, bei denen Mechanik, Chemie und Physik zusammenspielen.