Neue Hartmagnete ohne Seltenerdmetalle

© Foto Fraunhofer IWM

Magnetische Spinpolarisation an einer Korngrenze in einem ferromagnetischen Metall auf atomarer Skala.

Für neuartige, starke Dauermagnete besteht in den Zukunftsbranchen Elektromobilität und Erneuerbare Energien zurzeit eine sehr große Nachfrage. Die aktuell eingesetzten Dauermagnete enthalten die Seltenerdmetalle Neodym und Dysprosium. Die Versorgungssicherheit dieser Elemente wird als kritisch eingestuft, da sie zu 90% aus China importiert werden und ihre Preise am Markt stark schwanken. Wir haben uns die materialwissenschaftliche Aufgabe gestellt, durch Computational-Screening-Simulationen nach neuartigen intermetallischen Phasen mit guten hartmagnetischen Eigenschaften zu suchen. Solche Substitutionsmaterialien sollen möglichst geringe Mengen an Seltenerdmetallen und ansonsten leicht verfügbare, ungiftige und kostengünstige Rohstoffe enthalten. Zur Suche nach SE-freien Materialsubstituten wird die ab-initio-Dichtefunktionaltheorie zur Berechnung magnetischer Kenngrößen für reale und hypothetische Kristallphasen eingesetzt. Mittels materialtheoretischem »High-Throughput Screening« und informationstheoretischem »Data Mining« werden aus Tausenden von Magnetphasen vielversprechende Kandidaten vorhergesagt.

Weiterführende Informationen

Publikationen 

Körner, W.; Krugel, G.; Elsässer, C.; Theoretical screening of intermetallic ThMn12-type phases for new hard-magnetic compounds with low rare earth content, Scientific Reports 6 (2016) 24686 1-9; 142/2016 Link

Drebov, N.; Martinez-Limia, A.; Kunz, L.; Gola, A.; Shigematsu, T.; Eckl, T.; Gumbsch, P.; Elsässer C.; Ab initio screening methodology applied to the search for new permanent magnetic materials; New Journal of Physics 15 (2013) 125023 1-24 Link

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